Irgendwie gurken sie in dieser Saison und insbesondere in der Rückrunde unter den ersten Vier derart rum, dass es keine wahre Freude ist. Dass sie international ziemlich unbegabt sind, haben Bayern, Schalke und Werder dieses Jahr eindrucksvoll bewiesen. Und in der Liga wird derjenige Meister der sich des alten Spruchs beherzigt, wonach die Schlauheit des Fuchses zur Hälfte aus der Dummheit der Gänse besteht. Schalski vermasselt es eh wieder, Werder ist irgendwie unterirdisch in dieser Rückrunde...Stuttgart? Der VfB Meister? Hey, ich hatte die anfangs der Saison auf meiner Absteigerrechnung.
Egal. Da vorne ist dieses Jahr alles unterm Strich derart mittelmäßig, da kann meinetwegen sogar Hannover Meister werden.
Meine Güte. Nicht mal auf Werder kann man sich noch verlassen. Wenigstens wissen wir dann doch seit gestern abend wieder ziemlich genau, wie weit die Bundesliga von der europäischen Spitze entfernt ist.
Schon klar, der Klinsi war immer ein Cleverle, ein guter Geschäftsmann, ein brillianter Vermarkter seiner selbst.
Aber dass er jetzt, anstatt Trainer von Chelsea, der südkoreanischen Nationalmannschaft, LA Galaxy oder 1860 München zu werden oder einfach gelassener Privatmann in Kalifornien zu bleiben, sich für einen Mistjob als bezahlte Plaudertasche beim Quatschsender Arena hergibt, nee, Klinsi, das macht mich sprachlos.
Das sind Gefühle, die wo man kaum beschreiben kann.
Alle Halbfinalisten der diesjährigen Champions League gehören irgendwelchen Konzernen oder steintreichen Privatleuten. Alle verfügen über dramatisch höhere Etats als jeder deutsche Club.
Ergo: Geld schießt keine Tore, stimmt. Kein Geld schießt aber noch weniger Tore.
Als Kind konnte ich ja schlecht für ihn sein, schon gar nicht am 7.7.1974. Da musste ich als kleiner Stöpsel für uns, für die Deutschen sein. Allerdings hatte ich all die Jahre irgendwie eine Ahnung, dass die anderen den wirklich genialen Fußball spielten, vor allem dieser staksige Typ mit der 14. Und inzwischen kann man ja auch entspannt die große Leistung eines Gegners akzeptieren.
Nein, mir tut es um Borussia nicht leid. Erstns hab ich es ja bekanntermaßen eh nicht so dolle mit dem Rheinland, zweitens ist dieser Abstieg nicht mehr als eine logische Konsequenz aus fünfjähriger Totalmisswirtschaft. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Jungs aus Gladbach in den letzten Jahren knapp 40 verschiedene Spieler und fünf oder sechs Trainer verheizt haben, darunter so lustige Ideen wie Dick Advocaat. Und wo Holger Fach ist, ist das Desaster meistens eh nicht weit.
Wie elendig runtergekommen Gladbach sein muss, zeigte sich, als unlängst B. Vogts beleidigt war, dass man seinen Vorschlag, S. Effenberg und ihn, den gewesenen Bundesberti, als Gespann Trainer/Berater, nicht annehmen wollte. Wer solche Vorschläge bekommt, dem muss es verdammt dreckig gehen. Aber immerhin, das dankende Nein auf Bertis Idee muss vermutlich als klügste Gladbacher Entscheidung der letzten 10 Jahren gewertet werden.
Um Klopps Mainzer tut´s mir dagegen schon ein bisschen am leid. Die sind zwar auch am Rhein, aber wenigstens lustig und haben die Saison nach restlos missratener Hinrunde noch ein paar echt zauberhafte Spiele hingelegt.
Und das hier noch als Beleg dafür, dass wir letztendlich doch nur eine kleine, mediokre Bundesliga sind. SO werden anderswo Tore geschossen, allerdings, zugegeben, auch nicht alle Tage. Anschauen, üben, nachmachen.
Im Grunde kann einem der Vierte der Bundesliga und designierte Uefa-Cup-Teilnehmer ja wurscht sein, aber eines frage ich mich schon seit drei Jahren: Wie kann man eigentlich seit Jahren an einem Gurkenkicker wie Santa Cruz festhalten, der seit Jahren nur eins tut, nämlich gut aussehen? Wegen der Bayern selber wär das ja noch egal, aber es grentzt schon an Fahrlässigkeit, wie Hoeneß und Freunde uns seit Jahren einreden wollen, wie gut die Bundesliga und der FC Bayern im internationalen Vergleich dastehen und wie lukrativ die Liga sei. Wenn man nix anderes als Santa Cruz und Dos Santos in Südamerika scoutet und ein solider Vorarbeiter wie van Bommel schon als internationale Verstärkung gefeiert wird, sieht es nicht gut aus für die Liga.
Gilt übrigens abgewandelt auch für van Buyten: In Europa weitgehend unbekannt, spielt der junge Mann eine gute Saison, schon holt ihn Bayern für zehn Millionen. Zum Mitschreiben: ZEHN Millionen. Für van Buyten. Warum der bisher in Europa weitgehend unbekannt ist und bleiben wird, hat man in dieser Saison eindrucksvoll gesehen.
Und wie man sieht: Es reicht ein ambitionierter Talentschuppen wie der VfB, um die Bommels, Buytens und Roques ganz furchtbar alt aussehen zu lassen.
Was macht der salointellektuelle Fußballgucker? Er beschwert sich, dass früher alles besser war und schon in absehbarer Zeit die endgültige Langeweile drohe. So wie mal wieder Spiegel Online, wo man jammert, dass die Liga langweilig werden könnte.
Könnte Sie? Noch können drei Mannschaften Meister werden und wenn Mainz morgen noch gewinnt, dann liegen zwischen Platz 7 und 16 lächerliche drei Pünktchen. Und in den kommenden Wochenenden ist definitiv an jedem Spieltag fast jedes Spiel irgendwo auch ein Endspiel. Womit ich nicht sagen will, dass die Liga auf einem sonderlich hohen Niveau kicken würde. Aber wenigstens fantastisch spannend ist sie.
...Werder offenbar, ich lerne jedenfalls momentan nur weibliche Werder-Fans kennen. Die aber dafür umso begeisterter. Egal, heute nachmittag sind wir alle, also wir Normaldenkenden zumindest, alle irgendwie Cottbus. Ballert sie weg, die Schalker.
Gibts was schöneres, als an einem warmen Frühlingsabend in der Arena zu gewinnen?
Ja. An einem warmen Frühlingsabend in der Arena dem FC Größenwahn und seinen entzauberten Daumtraum 3:1 eine überbraten. Hey, schwarzgelb, hast du dir deinen Gegner aus der neuen Saison schon angeschaut? Ihr und der Effzeh, irgendwie passt das gut zusammen. Stell mir gerade vor, wie ihr vor 80.000 Fans um Platz 7 spielt.
Abedi Pele, unser aller Löwen-Held aus den glorreichen 90ern ("Wir singen A, wir singen B, wir singen Abedi Pele...") ist jetzt in seiner afrikanischen Heimat Fußballvereinsbesitzer. Eine Art ghanaeischer Mini-Abramowitsch.
Inzwischen ist Pele für ein Jahr gesperrt worden, seine Ämter als Funktionär wahrzunehmen. Und das nur, weil er angeblich an einer Spieleverschiebung beteiligt gewesen sein soll. Peles Verein musste, um den Aufstieg in die 1. Liga noch zu packen, ein wenig nachlegen, nachdem der unmittelbare Konkurrent ein Spiel mit 28:0 gewonnen hatte. Taten Peles Jungs auch - und siegten im nächsten Spiel mit 31:0. So wie es eben läuft im Fußball.
»Auch wenn das Ergebnis ein wenig ungewöhnlich erscheint, berechtigt dies nicht zur Annahme, dass das Spiel manipuliert wurde«, sagte Pele.