Warum der FCB nur Mittelmaß ist
Beim FC Bayern läuft ein Stürmer namens Roy Makaay herum. Makaay ist in Holland gefühlter Stürmer Nummer 6, und auch wenn er das ungewöhnliche Pech hat, dass Holland regelmäßig Stürmergranaten wie van Nistelrooy rausbringt, Nummer 6 bleibt Nummer 6 und somit international allenfalls Durchschnitt. Wenn Herr Makaay gerade mal wieder einen dieser Tage hat, an denen er auf dem Platz nicht zu sehen ist, wechselt man beim FCB gerne wahlweise den Herrn Snta Cruz ein, der vor allem durch sein blendendes Aussehen auffällt. Oder den Herrn Pizarro, der nicht ganz so blendend ausschaut, dafür aber gerne mal mit ein bissel Restalkohol im Blut schnelle Autos steuert. Beide wollen übrigens das Münchner Ensemble verlassen und wie man so hört, überbieten sich die Manager der europäischen Topclubs nicht gerade in Angeboten für die beiden. Die nächste Alternative heißt dann noch Lukas Podolski, der in einnem mediokren Zweitligaverein so was wie ein Star war, seit über einem halben Jahr aber damit kämpft, nicht mehr in einem Dorf und einem Dorfverein zu kicken, sondern bei einem Verein mit internationalem Anspruch. Im Tor steht einer, der vor fünf Jahren die Blüte seines Lebens hatte, eine unglaubliche WM 2002 spielte und zurecht als einer der stärksten Keeper der Welt galt. Inzwischen ist Olli Kahn fast 38, immer noch ein guter Torwart, aber eben nur noch ein guter, keine Weltklasse mehr. Dazu tummelt sich im Mitteldeld mit Mark van Bommel der anekannt fleißigste Dauerläufer der Liga - den man direkt von der Ersatzbank des FC Barcelona holte, weil man dort schon lange weiß, dass eine Sekundärtugend wie Kampfstärke alleine noch nicht reicht.
Und so könnte man noch lange weitermachen, würde man nicht ohnehin schon lange darauf gekommen sein, was den Bayern fehlt: Klasse und Kreativität. Zwar hat man ein volles Festgeldkonto, wie Uli Hoeneß immer wieder betont, und man wirtschaftet überaus solide. Aber für mehr als CL-Viertelfinale reicht es nicht mehr. Nächstes Jahr vermutlich nicht mal das - da können sich die Bayern nämlich im Uefa-Cup beweisen.
Nachtrag: Dass der designierte neue Meister und der designierte Vize in den letzten Jahren und auch in dieser Saison international fast nix gerissen haben, ist kein echter Trost, sondern nur ein weiterer Beleg dafür, dass die Bundesliga international nur noch Mittelmaß ist.
Und so könnte man noch lange weitermachen, würde man nicht ohnehin schon lange darauf gekommen sein, was den Bayern fehlt: Klasse und Kreativität. Zwar hat man ein volles Festgeldkonto, wie Uli Hoeneß immer wieder betont, und man wirtschaftet überaus solide. Aber für mehr als CL-Viertelfinale reicht es nicht mehr. Nächstes Jahr vermutlich nicht mal das - da können sich die Bayern nämlich im Uefa-Cup beweisen.
Nachtrag: Dass der designierte neue Meister und der designierte Vize in den letzten Jahren und auch in dieser Saison international fast nix gerissen haben, ist kein echter Trost, sondern nur ein weiterer Beleg dafür, dass die Bundesliga international nur noch Mittelmaß ist.
Herzogspitalstr. 14 - 12. Apr, 08:32
Die Frage ist doch, warum das so ist, wo unsere Nationalmannschaft plötzlich den besten Fußball seit 1972 spielt. Das hätte ich wirklich gern mal gewusst. Lange hieß es ja, die deutschen Kicker könnten halt international nicht mithalten - aber das ist ja ganz offensichtlich nicht (mehr?) der Fall. Wieso also gelingt es unseren Vereinen nicht, mit den Top-Clubs Europas mitzuhalten.
Wobei ich den SV Werder da mal ausnehmen möchte. Die hatten halt viel Los-Pech und haben sich in der Gruppe mit Chelsea und Barcelona mehr als achtbar geschlagen.
Nationalmannschaft: erst Klinsmann, dann Löw. Beides Trainer, die alte Zöpfe abschneiden und die sich neuen internationalen Standards anpassen. Davon gibts in der Bundesliga viel zu wenig. Einer wie Hitzfeld ist sicher ein hochsolider Trainer, aber gestern abend hat man ja gesegen, wie das so ist mit der Solidität vs. europäische Klasse. Und Milan ist ja nun auch nicht mehr eine wirklich furchterrregend starke Truppe (war ja Real auch schon nicht). Und sonst? Klopp ist einer, Frontzeck in Ansätzen, Schaaf, evtl. Slomka. Aber sonst? Die ganze Medizinball-Fraktion, auch wenn Magath jetzt erst mal weg ist. Rennen, kämpfen, siegen. Das ist zu wenig. Löw lässt modernen Fußball spielen, das ist der Unterschied.
Und schließlich fehlt es der Bundesliga in der Breite an wirklich starken Leuten. Schau dir den Kader von ManU oder Chelsea an, da kannst du die ersten 11 beinahe mühelos gegen die zweiten 11 austauschen und hast dann immer noch 5,6 Auffüllspieler in der Hinterhand. Bei Bayern fallen dir zwei, drei Leute aus und du musst dann mit den Lells und Ottls dieser Welt gegen Milan spielen. Und richtige, echte, internationale Kracher, die das Niveau der Liga nach oben ziehen, gibts schon seit Jahren nicht mehr. Die kommen auch nicht. Oder meinst du, Luca Toni oder Robben haben Lust auf eine Perspektive, jedes Jahr spätestens im CL-Viertelfinale trostlos auszuscheiden?